

Bei der Osteoporose kommt es zu einem Abbau an Knochenmasse mit einem gesteigerten Knochenbruchrisiko (v. a. Oberschenkelhalsknochen, Unterarm und Wirbelkörper). Zudem kann sich die Wirbelsäule verformen.
Fehlbelastungen können entstehen, die zu Muskelverspannungen und – schmerz führen.
Ziel jeder Osteoporose-Therapie ist es, den beschleunigten
Knochenabbau aufzuhalten, neue Knochenmasse aufzubauen und den
Knochen zu festigen.
Von großer Bedeutung ist eine richtige Lebensweise sowie die
Ernährung bei Osteoporose.
Eine gezielte und regelmäßige Bewegung z.B. Gymnastik, verstärkte Aufnahme von Calcium, Vitamin D und C sind wesentliche Maßnahmen dieser Prävention.
Ernährung bei Osteoporose:
Da Calcium der wichtigste Grundstoff für den Knochenaufbau ist, sollte die Ernährung ausgewogen und calciumreich sein.
Die Calciumzufuhr liegt zwischen 800-1200 mg pro Tag. Calcium finden wir vorwiegend in Milch und Milchprodukten, Nüssen, einigen Obst- und Gemüsesorten, Vollkornprodukten und Mineralwässer mit einem hohen Calciumgehalt (Analyse beachten!). Die Resorptionsrate ist hoch, wenn calciumreiche Lebensmittel auf mehrere Mahlzeiten am Tag verteilt werden.
Als Faustregel gilt: ¼ L Milch, 200 g Joghurt und 2 Scheiben Schnittkäse!
Die Calciumaufnahme im Darm wird erschwert, wenn die Nahrung zuviel Phosphor enthält. Nicht mehr als 800- 1200 mg Phosphor sollten pro Tag aufgenommen werden. Den Hauptanteil tragen Fleisch und Fleischprodukte, sowie Limonade und Cola. Hinzu kommt, dass Phosphat vielen Lebensmitteln
(z. B.: Wurst, Schmelzkäse) als Konservierungsmittel beigegeben wird. Daher sollte bei einer richtigen Ernährung bei Osteoporose nicht mehr als 80-100 g Fleisch pro Tag (Rohgewicht) verzehrt werden.
Das Vitamin D ist für die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung und den Knochenstoffwechsel von großer Bedeutung. Der Körper kann Vitamin D in der Haut unter Einfluss von Sonnenlicht selbst bilden oder nimmt Vitamin D über die Nahrung auf. Reich an Vitamin D sind Lebertran, Seefische, Milch, Milchprodukte, Butter, Eigelb und Pilze. Der Körper kann Vitamin D im Fettgewebe speichern.
Die Calciumbilanz wird verschlechtert durch sog. Calciumräuber:
Eine zu hohe Aufnahme von Eiweiß (über 20 % der Gesamtenergie) insbesondere durch Fleisch, Fleischwaren, Gelatine und Soja kann zu einer erhöhten Calciumausscheidung führen. Dadurch wird zuviel Phosphat aufgenommen. Phosphat ist der Gegenspieler des Calciums. Bei einer zu hohen Phosphataufnahme wird einerseits vermehrt Calcium aus dem Knochen ausgelagert und andererseits die Calciumaufnahme aus dem Darm blockiert.
Um die Phosphataufnahme möglichst gering zu halten, sollten z.B. Fleisch, Wurst, Colagetränke, konservierte Lebensmittel und Schmelzkäse zur Ernährung bei Osteoporose nur eingeschränkt aufgenommen werden.
Oxalsäure bindet das Calcium. Aus dieser Bindung kann der Körper das Calcium nicht mehr lösen, es steht dem Körper nicht mehr zur Verfügung.
Oxalsäurereiche Lebensmittel sind z.B.: Spinat, Spargel, Mangold, Bohnen, Rote Bete, Rhabarber, Kakao, Schokolade und schwarzer Tee.
Phytate binden ähnlich wie Oxalsäure das Calcium. Eine ballaststoffreiche Ernährung in Verbindung mit viel Calcium stellt kein Problem dar. Isolierte Ballaststoffe z.B.: Kleieprodukte (enthält Phytinsäure) sollten gemieden werden.
Natrium fördert die Calcium-Ausscheidung. Je mehr Natrium zugeführt wird, desto höher die Ausscheidung an Calcium im Urin.
Verwenden Sie Kochsalz sparsam und bevorzugen Sie jodiertes Speisesalz! Auch denken Sie an die Fertigprodukte oder Snackartikel mit viel Kochsalz . Mineralwasser unter 50 mg pro Liter NaCl wäre empfehlenswert.
Auch Genussmittel können die Calciumbilanz verschlechtern, deshalb 2-3 Tassen Kaffee täglich (oder pro weiterer Tasse eine zusätzliche Calciumzufuhr von 100 mg , z.B.: 1 Tasse Milch) und Verzicht auf regelmäßigen Alkoholkonsum und Nikotin. Alkohol behindert die Wirkung von Vitamin D, die Ausscheidung von Calcium über die Nieren ist besonders stark erhöht.
Um die Knochen zu entlasten, sollte das Körpergewicht im Normalbereich liegen. Als Richtwert gilt: Gewicht = Körpergröße in cm minus 100. Bei Diäten muss darauf geachtet werden, dass genug Calcium aufgenommen wird.
Empfehlung für eine calciumreiche Ernährung bei Osteoporose:
Beispiele empfehlenswerter Nahrungsmittel pro Tag:|
Nahrungsmittel: |
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1/4 l Buttermilch |
272 mg Ca |
225 mg Ph |
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20 g Emmentaler 45 % F.i.Tr. |
204 mg Ca |
127 mg Ph |
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100 g Magerquark |
92 mg Ca |
160 mg Ph |
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10 g Magermilchpulver |
120 mg Ca |
96 mg Ph |
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200 g Grünkohl |
460 mg Ca |
180 mg Ph |
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100 g Vollkornbrot |
43 mg Ca |
220 mg Ph |
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100 g Kiwi |
40 mg Ca |
31 mg Ph |
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1231 mg Ca |
1039 mg Ph |
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Empfehlung: |
800 – 1200 mg Ca |
800 – 1200 mg Ph |
Bevorzugte Nahrungsmittel zur richtigen Ernährung bei Osteoporose sind:
Küchentechnische Hinweise und Tipps zur Ernährung bei Osteoporose:
1. Folgende Nahrungsmittel fördern die Calciumresorption:
- Vitamin D - reiche Nahrungsmittel, z.B. Makrele, Hering,
Lachs, Leber, Margarine, Eigelb
- Casein aus Milch und Milchprodukten (Casein erhöht die Aufnahme
„fremden“ Calciums, deshalb sind für die Calciumversorgung günstige
Kombinationen:
- Broccoli-Käse-Auflauf (mit Parmesan überbacken)
- Käsepfannkuchen mit Lauchfüllung
- Hering in Joghurtsauce
-
Zucchini- oder Auberginenscheiben mit Parmesan panieren
2. Alternativen:
- Magermilchpulver unter die Speisen
rühren
- Schmelzkäse durch kleine Mengen Frischkäse
ersetzen
- Scheibletten durch Schnittkäse ersetzen
- Käse für einen Gemüseauflauf oder im
Gemüsesalat z.B.: Emmentaler, Parmesan
3. Zur richtigen Ernährung bei Osteoporose
reduzieren Sie die Kochsalzaufnahme und verwenden Sie mehr frische
Kräuter wie z.B. Petersilie, Kresse, Löwenzahn.
Verwenden Sie sparsam Zucker (Rohr- und Rübenzucker) und weiße
Mehle.
Zucker behindert die Calciumaufnahme im Darm und stimuliert die
Säureproduktion im Magen. Es werden wichtige Vitamine verbraucht
und wertvolle Nährstoffe werden über die Nieren
ausgeschieden.
4. Zur richtigen Ernährung bei Osteoporose gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme z.B. Kräutertees, Fruchtsäfte, die mit Calcium angereichert sind und calciumreiche Mineralwässer (mindestens 200 mg Ca/l) ist sehr wichtig. Günstig ist ein natriumarmes Mineralwasser mit einem ausgewogenen Verhältnis von Calcium zu Magnesium 2 : 1.
5. Zum Erhalt der gesunden Knochen sollte auch
die ausreichende Zufuhr von
Vitamin D, C, A, K, B 12 und Folsäure geachtet werden.
Vitamin C stimuliert die knochenaufbauenden Zellen.
Vitamin A beeinflusst die Entwicklung der Knochenzellen.
Vitamin K spielt eine Rolle in der Synthese des Osteocalcins
(Baustoff der Knochensubstanz) und ermöglicht den Einbau des
Calciums in die Knochenmatrix.
Vitamin B 12 und Folsäure dienen der Blutbildung und sind für die
Ernährung der Knochen von Bedeutung.
Vitamine und Mineralstoffe sind sehr anfällig gegen Licht, Luft,
Wärme und Wasser. Deshalb die Nahrungsmittel kühl und dunkel
lagern, unzerkleinert waschen und nicht wässern.
Schonende Garmethoden wie z.B. Dünsten, Dämpfen, Grillen und dabei die Garzeit beachten.Das Kochwasser z.B. für Soßen immer weiterverwenden. Calcium und Phosphor sind wasserlöslich und hitzestabil bis 180 Grad.
Milchzuckerunverträglichkeit und Milcheiweißallergie
Bei Milchzuckerunverträglichkeit (Lactoseintoleranz) ist es oft nur eine Frage der Menge: bis zu ¼ l Milch/Tag sind meist gut bekömmlich. Unproblematisch sind auch Joghurt, Kefir und gereifte Käse.
Bei einer Milcheiweiß-Allergie hilft es oft, H-Produkte zu verwenden. Durch das Erhitzen werden die Milchproteine leicht verändert und dadurch besser bekömmlich.
Diese Strategie wird von unserer Klinik verfolgt: Sollten Sie Interesse haben mit uns an den oben genannten Zielen auch im Rahmen anderer Erkrankungen und Behinderungen zu arbeiten, könnte die Behandlung und Arbeit in unserer Klinik angegangen werden.Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung über folgende Kostenträger
· Gesetzliche Krankenversicherung,
· Rentenversicherung,
· Private Krankenkassen
übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause.
Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt, Internist , Orthopäde, Psychologe, Neurologe), die die ambulante Betreuung gewährleistet haben, mit einzubinden.
Ihr Team der Wicker Klinik / Wirbelsäulenklinik Bad Homburg
Chefarzt-Sekretariat der Inneren Medizin
Frau Kublick
Telefon 06172 103-347
Fax 06172 103-377
E-Mail kublick@wickerklinik.de

Chefarzt Herr Dr. Lehmann-Leo
© 1997- Wicker-Gruppe |
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Aktualisiert am 18.08.2011