

Theoretische und grundsätzliche Überlegungen
Der Begriff Metabolisches Syndrom fasst eine Reihe von Risikofaktoren zusammen, die im Zusammenhang mit der Entstehung von arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen genannt werden. Ein Metabolisches Syndrom geht einem Diabetes mellitus Typ II häufig 5 – 8 Jahre voraus.
Diagnosen und Risikofaktoren:
| Hypercholesterinämien
(Fettstoffwechselstörungen) Hypertonie (Bluthochdruck) Rauchen |
können allein zu Arteriosklerose führen |
| Hypertriglyceridämien
(Neutralfette im Blut erhöht) Adipositas (Fettsucht) / Bewegungsmangel Hyperurikämie (Harnsäureerhöhung im Blut) Diabetes mellitus |
können in Kombination zu Arteriosklerose führen. |
Die Kombination Neutralfetterhöhung im Blut, Übergewicht und Bluthochdruck sowie Harnsäureerhöhung im Blut gilt gemeinhin als „Metabolisches Syndrom“, wobei nicht alle Faktoren gleichzeitig vorhanden sein müssen.
Metabolisches Syndrom - Therapeutische Ziele:
Erreichen normaler Blutzucker-, Harnsäure- und Blutfettwerte
Erreichen eines normalen Blutdruckes
Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität
Schulung zur Ernährung
Gewichtsreduktion
Mehr Bewegung
Reduktion des Medikamenteneinsatzes auf ein Minimum
Metabolisches Syndrom - Ernährungstherapie:
Durch eine ungünstige Zusammensetzung und unbewusstes Essen können Erkrankungen gefördert werden.
Wir wollen Ihnen zeigen, dass sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung gut mit Genuss, Geschmack, Gesundheit und Freude kombinieren lässt.
Wichtig ist, dass die Energie und Nährstoffzufuhr dem Bedarf angepasst ist. Dabei sollten Sie in erster Linie auf Ihr Körpergewicht achten.
Das „Broca – Normalgewicht“ lässt sich einfach errechnen:
Körpergröße in cm minus 100 = Normalgewicht in kg, z.B.: 170 cm – 100 = 70 kg.
Der Begriff des Wohlfühlgewichtes gewinnt immer mehr an Bedeutung und es entspricht einem Gewichtsbereich von etwa +/- 10 % des Broca – Normalgewichtes und enthält somit eine große Toleranzzone.
Der Body-Mass-Index (BMI) wird aus dem Körpergewicht in kg dividiert Körpergröße in m ins Quadrat gesetzt,
70
kg
= BMI 24
1,70 m x 1,70 m
Normal BMI = 19 – 25
Der Energiebedarf liegt zwischen 25 – 40 Kcal pro kg Normalgewicht
je nach körperlicher
Aktivität.
Wünschenswerte Nährstoffzusammensetzung:
Die in den Nahrungsmitteln enthaltenen lebensnotwendigen Nährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate liefern dem Körper Energie, die als Kilokalorie (kcal) oder Kilojoule (KJ) bezeichnet wird.
Empfehlenswert ist, wenn Sie die Energiemenge auf 3 bis 6 Mahlzeiten pro Tag gleichmäßig verteilen. Besonders wichtig ist dies bei Übergewicht, um Heißhunger vorzubeugen. Für Diabetiker sind 6 Mahlzeiten von Bedeutung, um Blutzuckerschwankungen auszuschließen. Beim Metabolischen Syndrom muss individuell die Nahrungsfolge festgelegt werden, weil die Blutzuckerwerte noch nicht so stark schwanken.
Wenn ein Metabolisches Syndrom zu lange besteht und nicht von dem sich gesund fühlenden Menschen beeinflusst wird, kommt es zu Herz- und Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und peripheren Durchblutungsstörungen („Schaufensterkrankheit“) und zum vollständigen Ausbruch des Diabetes mellitus. Das Übergewicht führt zu vorzeitigem Verschleiß der gewichttragenden Gelenke. Die Harnsäureerhöhung kann zu Gelenkentzündungen („Gicht“) und zu Nierensteinen führen.
Wer sich selbst behandeln will, braucht am Anfang eventuell auch die systematische Hilfe einer Rehabilitationsklinik wie z.B. der Wicker Klinik Bad Homburg für den richtigen Einstieg
1. Das Ausmaß an Bewegung muss für den Menschen individuell
sinnvoll gesteigert werden.
Merke: Abnehmen ohne regelmäßige Bewegung
funktioniert nicht.
2. Es muss eine Kostform gefunden und eingeübt werden, die
langfristig als angenehm und sinnvoll angesehen wird und trotzdem
dezent über Monate zur Gewichtsreduktion hinführt.
Merke: Askese und Kasteiung wird nicht lange
durchgehalten.
Sinnvolle Umsetzung der Kostempfehlungen in die Praxis
Die 10 Regeln der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) zeigen, wie wir die Lebensmittelauswahl für eine optimale Ernährung treffen sollten. Dadurch können Sie ernährungsabhängige Gesundheitsstörungen wie ein Metabolisches Syndrom vermeiden oder deren Verlauf günstig beeinflussen. Sie finden auch Tipps für den Alltag!
1. Vielseitig essen
Genießen Sie die
Lebensmittelvielfalt! Auf die Menge, Auswahl und die
Kombination
kommt es an.
2. Reichlich Kohlenhydrate wie Getreideerzeugnisse aus Vollkorn und Kartoffel
4 Portionen täglich. Sie enthalten kaum Fett, aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sowie Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Durch eine ungünstige Zusammensetzung können Krankheiten wie Fettstoffwechselstörungen, Verdauungsstörungen und Übergewicht gefördert werden.
3. Viel Gemüse und Obst – Nimm „5“ am Tag!
Möglichst frisch, nur kurz gegart oder als Saft. Damit werden reichlich Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe aufgenommen. Aber auch sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B.: Carotinoide in Möhren, Flavonoide im grünen Tee, Saponine in Hülsenfrüchten und Phytosterine in fettreichen Pflanzen. Diese haben eine Schutzfunktion, beugen Erkrankungen vor.
Hochwertige pflanzliche Fette sind in Nüssen, Samen, Avocados und Oliven enthalten.
4. Täglich 2 – 3 Portionen Milch und Milchprodukte, einmal in der Woche Fisch und nur 2 Portionen Fleisch, Wurstwaren, Eier
Diese Lebensmittel enthalten wertvolle Nährstoffe, wie z.B.: Calcium in Milch; Jod, Selen und Omega-3-Fettsäuren in Seefisch. Fleisch ist wegen des hohen Beitrags an verfügbarem Eisen und an B1, B6 und B12 vorteilhaft. Mengen von 300 – 600 g Fleisch und Wurst pro Woche reichen hierfür aus. Bei einem erhöhten Blutfettspiegel, Blutzuckerwert und Übergewicht tauschen Sie fettreiche Produkte gegen magere aus!
Ist Cholesterin und Harnsäure erhöht: besondere Vorsicht mit Innereien, Schalen- und Krustentieren. Das Eigelb beinhaltet zirka 300 mg Cholesterin!
5. Reduktion von Fett und fettreichen Lebensmitteln
Fett ist Träger von Geschmacks- und Aromastoffen, aber eine erhöhte Fettzufuhr führt direkt zur Ablagerung in den Depots. Es fördert langfristig die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht und Diabetes mellitus über das Vorstadium des Metabolischen Syndroms. Halten Sie deshalb das Nahrungsfett in Grenzen. 70 – 80 g am Tag, möglichst pflanzlicher Herkunft. Diese liefern essentielle Fettsäuren und fettlösliche Vitamine.
Kein Cholesterin und reich an ungesättigten Fettsäuren, für den Körper lebenswichtig, sind die pflanzlichen Fett wie z.B. Olivenöl und Rapsöl.
Achten Sie auf das unsichtbare Fett in den Nahrungsmitteln wie z.B. Fleisch- und Milchprodukte sowie Süßwaren. Letztere haben einen hohen Genusswert und erhöhen den Blutzucker, Blutfette, Harnsäure und das Körpergewicht. Genießen Sie eine kleine Portion.
Durch den sparsamen Umgang mit Koch- und Streichfett sowie durch fettarme Zubereitungsverfahren kann die Fettaufnahme effektiv vermindert werden und ein Metabolisches Syndrom kann so vermieden werden.
6. Zucker und Salz in Maßen
Salz bindet die Flüssigkeit im Körper, Schadstoffe und Harnsäure werden ungenügend ausgeschieden. Bluthochdruck kann die Ursache von zuviel Kochsalz sein.
Reduzieren Sie Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel. Würzen Sie reichlich mit Kräutern und Gewürzen, aber mit wenig Salz. Verwenden Sie fluoridiertes Jodsalz. So beugen Sie Schilddrüsenerkrankungen und Karies vor.
7. Reichlich Flüssigkeit
Wasser ist absolut lebensnotwendig. Trinken Sie 1,5 – 2 Liter Flüssigkeit jeden Tag. Beim Abnehmen und bei erhöhter Harnsäure sollten Sie die Trinkflüssigkeit auf 3 L erhöhen. Gut geeignet sind Getränke, die den Durst löschen und wenig Kalorien enthalten wie Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte.
Kaffee und schwarzer Tee sind zwar kalorienfrei, enthalten aber Reizstoffe und Koffein und es sollten maximal 4 Tassen getrunken werden.
Alkohol in großen Mengen führt nachweislich zu Bluthochdruck, Übergewicht, Gicht und Fettstoffwechselstörungen und fördert damit indirekt ein Metabolisches Syndrom bzw. dessen Entstehung. Deshalb sollten alkoholische Getränke nur gelegentlich und dann in kleinen Mengen konsumiert werden.
8. Schmackhaft und schonend
zubereiten
Garen Sie die Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen, kurz,
mit wenig Wasser und/oder wenig Fett. Das erhält den
natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die
Bildung schädlicher Verbindungen.
9. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen
Bewusstes Essen
hilft, richtig zu essen. Auch das Auge isst mit. Lassen Sie sich
Zeit beim Essen. Das macht Spaß, regt an, vielseitig zuzugreifen
und fördert das Sättigungsempfinden.
10. Achten Sie auf Ihr Normalgewicht und bleiben Sie in Bewegung
Mit dem richtigen Gewicht fühlen Sie sich wohl, und mit reichlich Bewegung bleiben Sie in Schwung. Tun Sie etwas für Fitness, Wohlbefinden und Ihre Figur!
Diese Strategie wird von unserer Klinik verfolgt: Sollten Sie Interesse haben mit uns an den oben genannten Zielen für sich zu arbeiten:
Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung über folgende Kostenträger
· Gesetzliche Krankenversicherung,
· Rentenversicherung ,
· Private Krankenkassen
übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause.
Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt, Internist ,Orthopäde) die die ambulante Betreuung gewährleistet haben mit einzubinden.
Ihr Team der Wicker Klinik / Wirbelsäulenklinik Bad Homburg
Chefarzt-Sekretariat der Inneren Medizin
Frau Kublick
Telefon 06172 103-347
Fax 06172 103-377
E-Mail kublick@wickerklinik.de

Chefarzt Herr Dr. Lehmann-Leo
© 1997- Wicker-Gruppe |
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Aktualisiert am 18.08.2011