Medikamente. Wussten Sie schon, wie wichtig der Einnahme-Zeitpunkt Ihrer Medikamente ist? Immer wieder erleben Patienten während ihres Aufenthaltes in unserer Reha-Klinik, dass sich z.B. Blutdruck oder auch Blutzucker -seit Jahren Sorgenkind- erstmals korrekt einstellen lässt. Dies kann durchaus Folge bislang unzureichender Aufklärung darüber sein, wie wichtig der Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme ist. Patientinnen und Patienten sollten gut darüber informiert sein, welche Medizin zu welcher Gelegenheit einzunehmen ist. Und hier ergeben sich teils sehr bedeutsame Unterschiede zwischen den einzelnen Medikamenten-Gruppen. Die Wicker-Klinik Bad Homburg liegt direkt am Kurpark mit anschließenden 44ha großen, von Lenné angelegten Parkanlagen, die sich bis zum Taunus hinziehen. Die Klinik ist aufgrund ihrer zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet und neben Frankfurt/M ausgezeichnet mit allen öffentlichen und privaten Verkehrsmitteln zu erreichen, was auch teilstationäre/ambulante Therapiekonzeptionen zulässt. Wir behandeln: ...
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Medikamente

Wussten Sie schon, wie wichtig der Einnahme-Zeitpunkt Ihrer Medikamente ist? 

Immer wieder erleben Patienten während ihres Aufenthaltes in unserer Reha-Klinik, dass sich z.B. Blutdruck oder auch Blutzucker -seit Jahren Sorgenkind- erstmals korrekt einstellen lässt. Dies kann durchaus Folge bislang unzureichender Aufklärung darüber sein, wie wichtig der Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme ist. Patientinnen und Patienten sollten gut darüber informiert sein, welche Medizin zu welcher Gelegenheit einzunehmen ist. Und hier ergeben sich teils sehr bedeutsame Unterschiede zwischen den einzelnen Medikamenten-Gruppen. 

An einem ersten Beispiel soll gezeigt werden, wie sich bei Bluthochdruck (Hypertonie) der Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme auf die Blutdruck-Werte, somit die Güte der Einstellung auswirkt.

Fallbeispiel: Ein im öffentlichen Leben und Politik sehr engagierter 67-jähriger Mann, der sich nach einer Knie-Operation zur Anschlußheilbehandlung in unserer Klinik befindet, leidet seit ca. 15 Jahren unter einem schlecht einstellbaren Bluthochdruck. Er wurde in einer Universitätsklinik-Ambulanz mit einer Kombinationsbehandlung aus drei verschiedenen blutdrucksenkenden Medikamente n eingestellt, welche er morgens zum Frühstück, eines dieser Medikamente zusätzlich auch abends gegen 19 Uhr einnahm. Die Blutdruckwerte schwankten häufig zwischen 150 und 170 mmHg systolisch, der diastolische Werte lag zwischen 85 und 100 mmHg. Somit waren die hinsichtlich Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko bedeutsamen Grenzwerte von maximal 140/90 mmHg deutlich überschritten.

Nach seiner Kniegelenkersatz-Operation wurde an der Medikamente n-Auswahl nichts verändert, der Blutdruck entgleiste stärker als zuvor, teils bis 190/105 mm Hg.

In ausführlichen Aufklärungsgesprächen über Charakteristika des Bluthochdruckes erfährt er in unserer Klinik, dass infolge einer Fehlregulation der Blutdruck häufig noch während der letzten Schlafphase anzusteigen beginnt. Nimmt man das blutdrucksenkende Medikament  erst zum Frühstück ein, verstreichen Stunden, in welchen der Blutdruck längst hätte gesenkt werden können und müssen. Daneben ist nicht auszuschließen, dass sich die Medikamente n-Aufnahme aus dem Dünndarm durch Konkurrenz mit der Nahrungsaufnahme verschlechtert. Die Forschung der letzten Jahre spricht vom Frühmorgenhochdruck, welcher gerade im Hinblick auf das Schlaganfallrisiko eine große Bedeutung erlangt hat. 

Nachdem unser Beispiel-Patient diese Kenntnisse umsetzt und erstmals morgens gegen 5 Uhr anlässlich eines regelmäßigen Toilettenganges seine blutdruckwirksamen Medikamente einnimmt, normalisiert sich der Blutdruck innerhalb weniger Tage auf Werte deutlich unter 140/90 mm Hg.

Ein jahrelanges Problemthema konnte auf diese einfache Weise ohne Änderung der
Medikamente nauswahl nur durch korrekten Einnahmezeitpunkt (Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme) beseitigt werden.

Diese Einzelfallbeschreibung steht für eine große Zahl von Patienten, welche auf diesem Wege ihren Blutdruck deutlich besser einstellen konnten, indem sie frühestmöglich ihre Medikamente ('auf der Bettkante') einnahmen. 

Schmerzmittel  ('nicht-steroidale Antirheumatika' - NSAR)

Ganz anders verhält es sich mit dem korrekten Zeitpunkt der Medikamenten-Einnahme bei Medikamente n, welche unerwünschte Wirkungen beispielsweise an der Magenschleimhaut entfalten, was bei blutdrucksenkenden Medikamenten nicht zu beobachten ist. An erster Stelle handelt es sich hierbei um entzündungshemmende Rheumaschmerzmittel (NSAR) wie z.B. Diclofenac (Voltaren®), Ibuprofen (Ibuhexal®) u.a., welche den Säureschutz der Magenschleimhaut vermindern können. Solche Medikamente sollen zu den Hauptmahlzeiten eingenommen werden. Eine Einnahme 'auf nüchternen Magen' würde hier das Problem der Nebenwirkungen an der Magenschleimhaut verschärfen. Häufig erweist es sich als sinnvoll, Patienten vorbeugend eine magenschleimhaut-schützende Begleitmedizin zu verabreichen, auf diese Weise ist die Einnahmesicherheit deutlich erhöht. 

Schilddrüsen - Medikamente

Medikamente, welche hormonproduzierende Drüsen beeinflussen wie z.B. die Schilddrüsenhormonpräparate L-Thyroxin® oder Novothyral®, sollen zu dem Zeitpunkt eingenommen werden, an welchem erwartungsgemäß die Drüse selbst ihre Hauptproduktion an Hormonen aufweist. Im Fall der Schilddrüse ist dies der frühe Morgen, sie hat ihr Wirkungsmaximum zwischen 5 und 7 Uhr. Hieraus leitet sich für die PatientInnen ab, dass sie ihre Schilddrüsen-Hormon-Behandlung ebenfalls frühmorgens - unabhängig von der Frühstückseinnahme -  durchführen. Schilddrüsen- und Blutdruckwirksame Medikamente dürfen zum gleichen frühen Zeitpunkt eingenommen werden. 

Diabetes - Medikamente

Wieder andere Überlegungen liegen der Behandlung der Zuckerstoffwechselstörung (Diabetes mellitus) zugrunde. Hier wird zwischen ausreichender Funktion der Bauchspeicheldrüse und deren Insulin-Wirkung einerseits sowie unzureichender Insulin-Eigenproduktion unterschieden. Ist eine Injektions-Behandlung mit Insulin noch nicht notwendig und reicht eine alleinige diätetische Therapie nicht mehr aus, so wird ärztlicherseits zu entscheiden sein, welche Medikamente ausgewählt werden soll. Hier wird eine sehr individuelle Entscheidung getroffen werden müssen, da es patientenbezogen eine Vielzahl von Auswahl-Merkmalen gibt, deren Einzeldarstellung den Rahmen dieser Empfehlungen sprengen würde. Dennoch ist in jedem Fall dem Patienten das Grundprinzip der Wirksamkeit der Medikation zu erläutern, so das er unterscheiden kann, warum beispielsweise Medikamente, welche die Insulin-Freisetzung aus der Bauchspeicheldrüse stimulieren, je nach Medikamente n-Art (kurz vor bis ca. 20 min.) vor den Mahlzeiten einzunehmen sind. Eine andere Medikamente ngruppe, die sog. Biguanide (Metformin) sollten während der Mahlzeiten zugeführt werden. Im Falle einer bereits eingetretenen diabetischen Neuropathie (Nervenschädigung durch die Stoffwechselstörung) wird eine Behandlung mit Tabletten in den seltensten Fällen ausreichend sein, da die Magenentleerung dramatisch verzögert sein kann, so das die Medikamente nicht mehr zeitgerecht in den Dünndarm gelangen und vom Körper aufgenommen werden können.

Reicht die körpereigene Insulin-Produktion nicht mehr aus, muss Insulin über eine Injektion dem Körper zugeführt werden. Es wird zwischen kurz- und verzögert wirksamem Insulin unterschieden. Kurzwirksame Insuline besitzen einen raschen Wirkungseintritt, so das sie grundsätzlich kurz vor der Nahrungsaufnahme zu applizieren sind, wohingegen langwirksame oder Verzögerungsinsuline einen langsamen Wirkungseintritt aufweisen und somit unabhängig von den Mahlzeiten einzusetzen sind. In der Regel werden beide Insulin-Arten eingesetzt, heute üblicherweise in Form der sog. Intensivierten Insulin-Therapie. Die Selbständigkeit der Patienten geht so weit, dass in zuvor mit den behandelnden Ärzten abgestimmtem Umfang vom Patienten selbst die zu injizierende Insulin-Menge ermittelt wird, so das die Blutzucker-Senkung im wünschenswerten bzw. erforderlichen Maße erfolgen kann, somit durch die eigenen Qualitätskontrollen (Messung ca. 1 ½ bis 2 Std. nach den Mahlzeiten) erheblich optimierte Blutzuckerwerte ermittelt werden können. Es ist zu erkennen, dass gerade beim Diabetes mellitus der richtige Zeitpunkt der Medikamente n-Einnahme von besonderer Wichtigkeit ist. 

Diese Beispiele ließen sich durch weitere ergänzen - wichtig ist, dass in jedem Falle das Beratungsgespräch mit dem Ärzteteam auch die Besonderheiten der verordneten Medikamente zum Inhalt hat und dass der Einnahme-Zeitpunkt dem Patienten gegenüber benannt wird. Die so aufgeklärten Patienten werden ihre medikamentöse Behandlung deutlich optimieren können. Im Rahmen einer Heilbehandlung in unserer Wicker-Klinik stellen derartige Gespräche beispielsweise im Rahmen der Visite eine oftmals dankbar aufgenommene Informationsweitergabe dar. 

Zugangswege zur  Rehabilitationsbehandlung über folgende Kostenträger 

·         Gesetzliche Krankenversicherung

·         Rentenversicherung

·         Private Krankenkassen  

übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause.  

Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Hausarzt, Internist , Orthopäde, Psychologe, Neurologe ) die die ambulante Betreuung gewährleistet haben mit einzubinden. 

Ihr Team der Wicker Klinik / Wirbelsäulenklinik Bad Homburg

Weitere Informationen

Chefarzt-Sekretariat der Inneren Medizin

Frau Kublick
Telefon 06172 103-347
Fax 06172 103-377

 E-Mail kublick@wickerklinik.de

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