

Oft zwingt er seine Opfer blitzartig in die Knie: der plötzliche tiefe Rückenschmerz, auch „Hexenschuß“ genannt oder von manchen als „Ischias“ / „Ischialgie“ bezeichnet. Gelegentlich strahlt dieser Lendenwirbelsäulenschmerz bis ins Bein aus.
Ischialgie: Was steckt dahinter?
Die häufigste Ursache ist eine akute Muskelverspannung im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule (LWS) oder dem Übergang zwischen dem Kreuzbein (praktisch der nach unten verlängerten LWS) und dem Beckenknochen (Darmbeinknochen), dem so genannten Kreuzdarmbeingelenk. Die Ischialgie bildet sich ganz plötzlich, meist nach einer unbedachten Bewegung, es entsteht eine so genannte „Blockierung“ kleiner Wirbelgelenke oder des Kreuzdarmbeingelenkes. Da die Haltestrukturen dieser Gelenke, insbesondere die Bänder, viele kleine empfindliche Nervenendigungen aufweisen, die dabei akut gereizt werden, erklärt sich der „schussartig“ auftretende heftige Rückenschmerz. Kein Wunder, dass man früher glaubte, ein böser Geist – die Hexe- hätte auf uns geschossen.
Ischialgie: Nicht immer ist`s die Bandscheibe
Doch auch heute wird von vielen zuerst nicht die Muskelverspannung, sondern die Bandscheibe als Ursache der Ischialgie angeschuldigt. Dabei ist sie seltener der wirkliche Grund: nur wenn gleichzeitig Nervenlähmungserscheinungen (z.B. ein Fuß kann nicht mehr gehoben werden oder die Kraft im Bein ist abgeschwächt) oder Blasen- oder Mastdarmentleerungsstörungen oder ein Taubheitsgefühl auftreten, muß man unbedingt an einen Bandscheibenvorfall denken und einen Arzt aufsuchen. Ein Bandscheibenvorfall kommt dadurch zustande, daß das elastische und im Inneren gelartige Gewebe der Bandscheibe durch Alterungsvorgänge oder Überlastung einreißt und Gewebe auf Bandstrukturen (Folge: Schmerz s.o.) oder auf Nervenwurzeln oder das Rückenmark bzw. seine Nervenbahnen drückt mit der Folge: Schmerz plus Nervenausfallerscheinung wie Lähmung und Gefühlstörung.. Diese Situation erfordert nicht selten dann eine Bandscheibenoperation, bei der das herausgequetschte, auf die Nervenwurzel drückende Gewebe entfernt wird. Allerdings muß nicht jeder Bandscheibenvorfall operiert werden, ca. 90 % können auf konservative, d.h. nicht operative Weise, behandelt werden.
Was tun bei Hexenschuss bzw. Ischialgie?
Wer sich aufgrund des Schmerzes kaum noch bewegen kann, wird meist nicht um einen Arztbesuch herumkommen. Dabei werden schmerzstillende und muskelentspannende Medikamente verabreicht, zum raschen Wirkungseintritt wird oft gespritzt. Auch gezielte Injektionen mit Anaesthetika (Lokalbetäubungsmitteln) können helfen.
Ischialgie: Was kann man selber tun?
Stufenlagerung: flach mit dem Rücken auf dem Boden oder im Bett liegen und dabei die Beine rechtwinklig auf einem Stuhl oder Polstermöbel mit den Unterschenkeln ablegen (im Bett - falls vorhanden - mit festen Polsterteilen die nötige Höhe auftürmen). Sinn dieser Lagerung ist durch die flache Lagerung der Lendenwirbelsäule eine wirksame Entlastung.
Diese Lagerung kann man anfangs mehrfach am Tag (jeweils für mind. eine halbe Stunde) wiederholen.
Bei manchen Menschen hilft eher eine "Katzenbuckelhaltung", dabei wird im Knien der Oberkörper vorgeneigt und der Kopf in Richtung Boden gebeugt.
Wenn keine Entzündung vorliegt, ist Wärme zur Muskelentspannung und Schmerzlinderung hilfreich: z.B. ein Heizkissen, ein warmes Bad evtl. mit weiteren entspannungfördernden Zusätzen. .
Genauso wichtig ist aber auch, sobald der akute Schmerz, die Ischialgie, abgeklungen ist, einem erneuten Hexenschuss vorzubeugen. Dabei ist ein kräftiges Muskel"korsett", welches die Lendenwirbelsäule stützt und bei allen Bewegungsrichtungen sicher führt, unabdingbare Voraussetzung. Die Muskulatur verringert die Gefahr, dass durch Fehlhaltungen oder Bewegungen Nerven gedrückt oder "eingeklemmt werden.
Dabei ist ein so genanntes tägliches Rückenmuskeltraining erforderlich, welches Sie bei uns erlernen können.
Was können wir in der Wicker-Klinik noch für Sie gegen die Ischialgie tun?
Bewegungsübungen in Einzelkranken- und Gruppengymnastik, hierbei insbesondere auch in Verbindung mit Thermalwasser im Bewegungsbad.
Erlernen von rückengerechtem Verhalten im Alltag und Beruf durch ein spezielles Übungs - und Informationsprogramm unserer Ergotherapeuten.
Unterstützung durch psychologische Entspannungsverfahren, die Muskelentspannung und Schmerzverarbeitung erleichtern.
Schmerzstillende Stromtherapien (Indifferenzstrom, evtl. auch zur Eigenanwendung TENS)
Unterschiedliche Wärmetherapien in Form von Bädern, Naturmoor -und Heublumenpackungen
Massagetechniken (klassische Muskelmassage, Fußreflexmassage, Akupunktmassage)
Falls angezeigt : auch Akupunktur und Neuraltherapie können hartnäckige Schmerzen der Ischialgie lindern.
Zugangswege zur Rehabilitationsbehandlung (Anschlussrehabilitation, Anschlussheilverfahren )
· Gesetzliche Krankenversicherung,
· Rentenversicherung,
· Private Krankenkassen
übernehmen die Kosten für eine Behandlung im Hause.
Vor Aufnahme im Hause muss im Regelfall eine Kostenübernahmeerklärung des Kostenträgers vorliegen. Die Kostenübernahme muss vom Patienten beim zuständigen Kostenträger beantragt werden. Hierbei sind die niedergelassenen ärztlichen Kollegen (Orthopäden, Unfallchirurgen, Hausärzte, Fachärzte für Physikalische Medizin und Rehabilitation), die die ambulante Betreuung gewährleistet haben, mit einzubinden.
Ihr Team der Wicker Klinik / Wirbelsäulenklinik Bad Homburg
Chefarzt-Sekretariat der Inneren Medizin
Frau Kublick
Telefon 06172 103-347
Fax 06172 103-377
E-Mail kublick@wickerklinik.de

Chefarzt Herr Dr. Lehmann-Leo
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Aktualisiert am 18.08.2011